Backhaus Gemeinschaften

Von ursprünglich 3 Backhäusern sind heute noch zwei erhalten. Beide wurden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in der heutigen Sponheimerstr. errichtet. Das genaue Datum lässt sich heute nicht mehr ermitteln. Lediglich vom unteren Backhaus weiß man, dass der Ofen 1929 erneuert wurde, wie auch heute noch auf dem Schlussstein über der Backofentür zu lesen ist. Sieben bzw. dreizehn Familien schlossen sich zu den jeweiligen Backes-gemeinschaften zusammen. Die Anteile wurden dann mit dem Haus weiter vererbt, so dass die Nachbarschaftsstruktur der Anteilseigner bis heute erhalten geblieben ist.

Die Kapazität der Backöfen ist ca. 40 bzw. 60 Laib Brot. Gebacken wurde reihum. Das Brot wurde dann mit feuchten Tüchern bis zu 3 Wochen “frisch“ gehalten. Vor Feiertagen wurde mehrmals am Tage gebacken, die Reihenfolge durch das Los entschieden.

In den Wirren der letzten beiden Kriegsjahre des zweiten Weltkriegs diente das obere Backhaus als Wach-Unterstand bzw. als Arrestzelle. In den Wirtschaftswunderjahren wurden übernahmen die Bäcker aus Irmenach und Enkirch nach und nach die Versorgung mit Brot. Die Backhäuser führten von nun an ein Schattendasein z.B. als Dünger-Lager. Erst in den 90ziger Jahren erinnerte man sich wieder der alten Traditionen, renovierte die Gebäude und nahm mit Hilfe der Bäcker Schöppach und Obcernitzki aus Enkirch die Öfen wieder in Betrieb.

Aktuell wird ca. 10-12 mal pro Jahr eingeheizt, insbesondere an Pfingsten backt die Mühlengesellschaft mehrmals in beiden Backhäusern und bietet die Brote auch zum Verkauf an.