Die ältesten bekannten Sponheimer

Erstmals werden die Sponheimer namentlich in Kärnten in Zusammenhang gebracht.
Es gingen 1020 zwei Grafen nach Kärnten und erlangten dort durch reiche Erbheiraten die Grafschaften von Lavant und von Ortenburg. In unserer Gegend wird erstmals ein Eberhard von Sponheim 1044 erwähnt, der auf dem Feldberg bei Sponheim die Kirche gründet, die später zum Kloster wurde. Schon er hatte Besitz bei Wörresbach im Birkenfeldischen.

Es folgen dann ein weiterer Eberhard, sodann Stephan, gest. 1118, Meginhard, gest. 1155, sein Bruder Rudolf, Gottfried I., 1160 erwähnt, Gottfried II., 1181, Johannes I. und dessen Söhne Gottfried und Heinrich. Dies ist die Geschlechtsfolge zu den Grafen der hinteren Grafschaft Sponheim (so Witte).

Was nun die hier uns interessierende Starkenburg an der Mosel angeht, so gilt als gesichert, dass Graf Heinrich sie besaß und si in einem sogenannten Präkarienvertrag dem Erzbischof zu Trier, aber nur zur Hälfte zu Lehn auftrug.

Dieses Lehen erstreckte sich aber nur auf die Vorburg, den großen Turm, die Kapelle, die Johann dem Täufer geweiht war und in deren Nähe sich die Begräbnisstätte für das Burggesinde befand, wie Skelettfunde gezeigt haben und den Teil, der nach Enkirch zu liegt.

Die andere nach Süden zu liegende Hälfte war ein Lehen des Klosters Corvey. Dort müssen ein oder mehrere Gebäude mit mehreren Räumen gestanden haben, da sie 1332 als Witwensitz bestimmt wurden.

Diese Teilung der Starkenburg in 2 Lehnshälften dürfte auf eine Aufteilung des ehemaligen Pfarrbezirks von Enkirch zurückgehen, indem man für die später errichtete Pfarrei Traben einen Gebietsteil aus dem älteren Pfarrbezirk Enkirch herausnahm und die Ost-West verlaufende Grenze mitten durch die Starkenburg laufen ließ.

Im Norden, nach Enkirch zu, lag ein Burggraben. Ein südlicher Burggraben lag unmittelbar unter dem neuen Bau der Gaststätte -Zur schönen Aussicht- mit einer Zugbrücke, von wo aus der Zugang zur Burg führte, und deren Instandsetzung noch 1658 verlangt wurde. Eine Urkunde von 1338 erwähnt ein "suburbium", das nach der Enkircher Seite zu gelangen sein musste, denn es heißt dort: "castrorum et suburbii, que in Parochia Enkerich sita sunt".

Was nun die Teilung des sponheimischen Besitzes angeht, so gilt als gesichert, dass diese 1234 und später erfolgte und die Starkenburg Verwaltungssitz der hinteren Grafschaft Sponheim wurde. Sie kam an Johann I. (1233-66). Dass die Burg Starkenburg genannt wurde, ergibt sich einmal aus einem trierischen Güterverzeichnis von 1200 und zum anderen aus einer Urkunde von 1247, in der sich Graf Gottfried nach der Starkenburg benennt. Ebenso erscheint auf einem Burgmannsiegel von 1328 der Name Starkenburg.

Zur hinteren Grafschaft Sponheim gehörte in der Mitte des 13. Jahrhunderts Enkirch, Traben, Trarbach, Wolf, Irmenach, Beuren, die Birkenfeld-Brombacher Pflege, Dill, Herrstein, die Abteidörfer (Mettlach), Göttschied, Regulshausen, Gerach, Hintertiefenbach und Höhweiler-heute wüst-samt Ritzenberg, Allenbach, Wirchweiler und Winningen.

Schließlich waren die Sponheimer Grafen auch Vögte von Himmerod, in welcher Abtei viele von ihnen beigesetzt sind und welches Amt sie wohl auf Grund ihrer Besitzungen in der Westeifel (Ham an der Prüm) und in Luxemburg (Oure und Clervaux) erlangt haben. Denn ein Vogt musste auch, wenn nötig, mit Gewalt Recht und Ordnung in den ihm anvertrauten Gebieten herstellen und hierzu brauchte er Burgmannen und Knechte. Die konnte er nur auf seinen Burgen finden.

Zu erwähnen ist, dass Johann I. und Gottfried 1248 die Urkunde "Der von Enckerich frijheid" errichteten, in der sie sich insbesondere der Bewaffneten versicherten, die sie in Erfüllung ihrer Lehenspflicht und zur Durchsetzung ihrer eigenen Interessen benötigt haben.

1274 (Heinrich 1267-1289) erhalten die Sponheimer das Kröver Reich als Mannslehn von König Rudolf, was später zu ständigen Reibereien mit Kurtrier führte.

Noch von 1324 teilten die Grafen der vorderen und hinteren Grafschaft die gemeinsamen Lehensleute. Graf Heinrich (1267-89) dienten von da an 43 Lehensleute mit ihren Waffenknechten. Johann II. (1290-1324) hat diesen Vertrag bestätigt.

1294 vereinbart Johann II. mit den Zisterziensermönchen von Himmerod, dass fortan den Kaplan der Burg stellen sollen. Die Mönche hatten in Traben einen Hof mit Grundbesitz (Mönchhof). Der Kaplan war verpflichtet, in der Burgkapelle die Messe zu lesen. Dafür war der Hof mit seinen Wingerten und Feldern von der Grafensteuer befreit und erhielt außerdem einen Zuschuss an Naturalien aus den Grafenhöfen von Wahlenau und Enkirch.

Die bisherige Schilderung des geschichtlichen Ablaufes ist ein Musterbeispiel für die Auflösung der Gaugrafschaften, die ursprünglich nur als Verwaltungsgebiete gedacht waren, dann aber durch die Erblichkeit als Stammterritorium einzelner Familien angesehen wurden und schließlich, ausgehöhlt durch die vielen Schenkungen, wichen die letzten Gaugrafen den neuen Territorialherren, den Erzbischöfen von Trier, den Grafen von Sponheim usw. Die karolingische Staatsverfassung war zu Grabe getragen worden und der souveräne Fürst trat auf den Plan, ausgestattet mit so vielen kaiserlichen und königlichen Erlaubnissen.