Wanderung ins Ahringsbachtal zu einer der letzten aktiven Genossenschaftsmühlen

Völlig einsam zieht sich das Tal des Ahringsbachs von der Hunsrückhöhenstraße bei Irmenach hinunter nach Enkirch. Bei Starkenburg trennt nur ein schmaler Schieferrücken das Tal von der Mosel. Wer etwas Glück hat, kann auf dieser Wanderung etwas erleben, was früher im Hunsrück zum Alltag gehörte: eine vom Wasser angetriebene Getreidemühle in Aktion.

 

Wegverlauf: Starkenburg - Ahringsbachtal (45 Min.) - Obere Starkenburger Mühle (10 Min.) - Starkenburg (1:20 Std.)

Dauer: 2:15 Stunden

Länge: 7 Km

Höhendifferenz: 160 Meter

Schwierigkeitsgrad: Die Wanderung ist noch leicht zu nennen obwohl der Anstieg aus dem Ahringsbachtal „nicht ohne“ ist.

Karte: Wanderkarte 1:25000 Wein– und Ferienregion Bernkastel - Kues. Topografische Karte

Einkehrmöglichkeiten: Gaststätte "Hüttenzauber" und Weinhaus "Schöne Aussicht" in Starkenburg

Anfahrt: Mit dem Auto: Von der Hunsrückhöhenstraße nach Irmenach abbiegen und weiter nach Starkenburg. Aus dem Moseltal in Traben-Trarbach oder Enkirch Richtung Hunsrück fahren und nach Starkenburg abbiegen. Parken im Ort.

Besondere Hinweise:
(für Gruppen)
Wer die Obere Starkenburger im Ahringsbachtal besichtigen will, setzt sich zuvor mit dem Mühlengenossen Horst Wagner o. Michael Spier , Tel. 06541-2728 o. 06541-3434, in Verbindung.
Immer am Deutschen Mühlentag (Pfingstmontag) Mahlbetrieb mit Mühlenfest.

Der Wanderweg:
Ortsmitte Starkenburg, Nähe der Telefonzelle, führt ein Weg steil hinunter, das Schild mit der Markierung E 11 weist zur Starkenburger Mühle. Diesen Weg folgen wir und genießen die Blicke hinunter in das tief eingeschnittene Tal. Wir halten uns immer geradeaus bergab, bis wir die Sohle des Ahringsbachtals erreichen (45 Min.)

Wir stehen nun vor der Unteren Starkenburger Mühle, die längst zu einem Wochenendhaus umgebaut wurde. Früher gab es im Tal fünf Mühlen, die das steile Gefälle des Ahringsbachs ausnutzten. Allerdings war es für die Bauern äußerst beschwerlich, die Mühlen im engen, tiefen Tal zu erreichen. Wir halten uns jetzt weiter geradeaus, im Tal aufwärts, und folgen dem Wegweiser zur Oberen Starkenburger Mühle, die wir bald erreichen (55 Min.).

Wenn wir Glück haben (oder uns vorher erkundigt haben) hören wir schon von weitem das rhythmische Klappern der Mühle. Das auf den ersten Blick etwas unscheinbare Mühlengebäude beherbergt eine der letzten voll funktionsfähigen Wassermühlen des Hunsrücks. Und noch mehr: Die Mühle ist voll in Betrieb und wird regelmäßig von einer Mühlengesellschaft, einem genossenschaftlichen Zusammenschluss von etwa einem Dutzend Eigentümern, genutzt.
Im Jahre 1796 wurde die Mühle erbaut, 1983 wurde sie samt ihrer technischen Anlagen unter Denkmalschutz gestellt. Aber ohne die bis heute aktiven Mühlengesellschafter wäre die Mühle ein lebloses Denkmal.

Zum Weiterweg gehen wir rund 200 m zurück, bis links in spitzem Winkel ein Weg nach oben abbiegt. Wir folgen dem steilen Aufstieg und queren immer wieder aufwärts in Serpentinen mehrfach die Trümmerhalden der früheren Schiefer– und Eisenerzgrube Gondenau. Von der oberen Kante des Steinbruchs können wir noch einmal hinunter ins Ahringsbachtal blicken, doch zu sehen ist die Mühle wegen des dichten Waldes nicht, höchsten zu hören.

In einer linken Haarnadelkurve, ca. 100 Meter über den Trümmerhalden, wir sehen schon durch den Wald den Starkenburger Flur, verlassen wir den Serpentinenweg nach rechts in einen Tannenwald und folgen nun für längere Zeit dem auf gleicher Höhe am Hang verlaufenden Weg. Ab und zu können wir sogar in der Ferne die Weinberge an der Mosel erkennen. Dieser Weg führt uns zurück nach Starkenburg, dessen erste Häuser wir bald über uns erkennen. An Schafsweiden und dem Friedhof vorbei gelangen wir auf die Schloßstraße, in die wir rechts einbiegen. Nach wenigen Schritten haben wir unseren Ausgangspunkt erreicht.

-Auszug aus DUMONT –Hunsrück– von Wolfgang Bartels -